Dienstag, 30.05.2006
DEMUT UND SELBSTBEWUßTSEIN
Zeichnung zu Bruckners Symphonien

Wie war Bruckner ?
Ein armer, verrückter Mensch, den die Pfaffen von St. Florian auf dem Gewissen haben? (Brahms)
Ein einfältiger Mensch ? halb Genie, halb Trottel?(Gustav Mahler)
Einer, der als einzige Autoritäten Richard Wagner und den lieben Gott uneingeschränkt anerkannte?
Einer der den Ratschlägen ?wohlmeinender? Dirigenten allzu leicht nachgab und seine Werke immer wieder nachbesserte?
Einer, bei dem ?feindliche? Kritiken einen Verfolgungswahn auslösten?
Einer, der sich zwischen ?Modernität und Erhabenheit? in ?nachtdunkler Unberührtheit? (Adorno) bewegte?
Einer, der sich zwischen Gipfelungen und Abgründen bewegte, ein Gebrochener oder unerschütterlich Religiöser?
Einer, der planvoll, ordnungsliebend und diszipliniert arbeitete und doch nicht in starren Strukturen gefangen blieb?
Einer, der den tonalen Raum enorm erweitert und in Ausdrucksbezirke vorstieß, die bereits den Expressionismus ankündigen? oder einer der sich ?billiger? Sequenztechnik bediente?
Einer, bei dem all diese Fragen verstummen, wenn Bruckner-Interpreten ( wie Eugen Jochum, Günter Wand, Sergiu Celibidache)seine Werke erklingen ließen!
Einer, der wieder erfahren lässt, wie klingend strukturierte Raum-Zeit ein Abbild der Schöpfung gibt!
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Gestern und Heute:
6. Akademiekonzert des Bayerischen Staatsorchesters
Musikalische Leitung: Kent Nagano
Richard Wagner
Siegfried-Idyll
Anton Bruckner
Symphonie Nr. 4, Es-Dur Romantische Symphonie
(Originalfassung 1874)

